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Sonntag, 14. Februar 2021

SARS-CoV2

Ein Rückblick der COVID-19 Pandemie:

Die erste Welle!

 

Mitte Januar 2020 verbreitete sich das Corona-Virus in Europa. Wobei fast alle bekannt gewordenen Fälle direkt in Verbindung mit einer Reise der Infizierten aus China oder dem Ausbruchsgeschehen in der zentralchinesischen Provinz Wuhan standen. Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus in Europa waren: Einreisekontrollen, verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen und Gesundheitsprüfungen. Reisende mussten Gesundheitsformulare beziehungsweise sogenannte Aussteige-Karten ausfüllen. Fieber-Mess-Stationen wurden errichtet.

 

China und die Welt im Februar 2020

 

Anfang Februar schloss die chinesische Staatsregierung zahlreiche Werkshallen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Arbeitnehmer mussten zu Hause bleiben. Daraufhin gab es Störungen im Flug- und Seefracht-Verkehr, weil das Entladen von Produkten blockiert war und weniger Empfänger die Container abholten. China galt als »Werkbank der Welt« und so wurde schnell deutlich, dass der globale konjunkturelle Aufwind Anfang des Jahres ein jähes Ende finden wird. Wirtschaftsexperten und Börsianer sagten eine weltweite Rezession für das kommende Jahr 2020 voraus. Immer mehr Krankheitsfälle deuten hin zu Infektionsherden in Norditalien und den Skitourismus-Gebieten in Österreich. Die größten Ausgangspunkte der Verbreitung des Corona-Virus in Europa waren Mailand und Bergamo in Italien und der Après-Ski Ort Ischgl in Österreich. Eine erste große Infektionswelle in Europa wurde durch Reiserückkehrer aus diesen Ländern ausgelöst.

 

Trotz steigender Fallzahlen und Todesfällen in aller Welt schätzten vielerorts Behörden die Gefahr des neuartigen Coronavirus immer noch als gering ein. Deutsche Behörden richteten Krisenstäbe ein, um das Ausbruchsgeschehen zu bekämpfen. Maßnahmen im grenzüberschreitenden Verkehr wurden intensiviert. So mussten verantwortliche Luftfahrzeug- und Schiffsführer Krankheitsfälle vor ihrer Ankunft melden.

 

Corona-Pandemie in Europa

 

Die WHO stufte die Verbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 als Pandemie ein. Bis zu diesem Tag war das Corona-Virus bereits in 115 Ländern identifiziert und über ganz Europa verteilt. Mitte März wurde deutlich, dass Gesundheitssysteme in Frankreich und Spanien hoffnungslos überlastet waren. Die am meisten betroffenen Regionen der Pandemie waren: Grand Est mit Elsass-Lothringen und Champagne-Ardenne in Frankreich sowie die Hauptstadt Madrid in Spanien. Vielerorts standen nicht genügend intensivmedizinische Behandlungskapazitätenzur Verfügung. Durchweg fehlten dem medizinischen Personal die Materialien, insbesondere Atemmasken und Schutzkleidung waren über herkömmliche Lieferketten nicht mehr zu haben.

 

Kontaktreduzierende Maßnahmen

 

Um die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verzögern, propagierte die Regierung in Deutschland eine Hygienepolitik der kontaktreduzierenden Maßnahmen: Den Bürgern wurde seitens der Regierung klar gemacht, warum diese Maßnahmen so wichtig seien: Durch Eindämmungsmaßnahmen sollte ein steiler Infektionsverlauf vermieden werden, bei dem eine hohe Anzahl von Menschen gleichzeitig erkranken. Es galt eine Überforderung der Krankenhäuser und der Gesundheitssysteme abzuwehren.

 

Der erste Corona Lockdown 2020

 

Am 09. März 2020 erteilte die Bundesregierung Großveranstaltungen (bei über 1.000 Teilnehmern) Absagen. Es folgte 7 Tage später, am 16. März 2020, eine Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen die Ausbreitung des Coronavirus: Freizeiteinrichtungen, wie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Lokalitäten mussten den Betrieb einstellen. In fast allen Bundesländern in Deutschland schlossen Schulen und Kitas. Es folgte wiederum 7 Tage später, am 23. März 2020, ein umfangreiches Kontaktverbot und die dringende Empfehlung 1,5 bis 2 Meter Abstand zu anderen Menschen zu halten. Immer mehr Länder in Europa leiteten - mehr oder minder strenge - nichtpharmazeutische Interventionen ein und trafen Maßnahmen zur Isolierung symptomatischer Personen und ihrer Kontakte. Italien war das erste europäische Land, das größere Eindämmungsmaßnahmen einleitete. Andere Länder folgten.

 

Corona-Schock

 

Deutschland befand sich im Corona-Schock. In der Bevölkerung trieb die Angst vor dem Virus die Verbraucher zu Hamsterkäufen. Infolge der Eindämmungsmaßnahmen kam es direkt zu einem erheblichen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit. Für einige Branchen in Deutschland war die Lage unmittelbar existenzbedrohend, - zum Beispiel für das Gastronomie-, Hotel- und Schausteller-Gewerbe sowie für Messe- und Eventveranstalter. Unternehmen befürchteten Umsatzeinbußen und setzten den Hebel direkt bei den Beschäftigungsverhältnissen an. Zuerst traf es die geringfügig Beschäftigten, vor allen Dingen die vielen Minijobber:innen. Viele von Ihnen gehörten zu den Corona-Verlierern: Sie verloren ihre Arbeit und erhielten auch keinen Ausgleich.

 

Massenentlassungen und Kurzarbeit

 

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern in den Betrieben fiel, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung stiegen. In einigen Branchen fanden Massenentlassungen statt. Mehr als je zuvor wurden Arbeitnehmer in Deutschland in Kurzarbeit geschickt.

Die Unsicherheiten der Pandemie führten zu einem radikal veränderten Arbeits- und Familienalltag. Ein positiver Aspekt für Arbeitnehmer mit Bürotätigkeit, und dies waren immerhin die Hälfte aller Arbeitsplätze in Deutschland, ergab sich im Home-Office. Und zwar immer dann, wenn es die Arbeitsmodelle technisch und organisatorisch erlaubten, dass Arbeitnehmer von Zuhause aus arbeiten konnten.

 

Home-Office, Home-Schooling und Notbetreuung

 

Im ersten Lockdown arbeiteten immerhin 27 Prozent im Homeoffice. Wobei ein ungehindertes Arbeiten nicht immer stattfand. Da in fast allen Bundesländern in Deutschland Schulen und Kitas geschlossen waren, erlebten vor allem Eltern kinderreicher Familien eine doppelte Belastung. Home-Office, Home-Schooling, Kinderbetreuung und Haushalt mussten zeitgleich organisiert werden. Die Bundesregierung steuerte dem entgegen und initiierte eine Notbetreuung für alleinerziehende Eltern, die systemrelevante Berufe hatten. Hierzu zählten Beschäftigungsverhältnisse im medizinischen und im pflegerischen Bereich, Bedienstete der Polizei und der Feuerwehr. Eltern, die Kinder betreuten und deshalb nicht arbeiten konnten, erhielten eine Erstattung für Lohnausfälle. Ferner gab es Subventionen für Kurzarbeit sowie branchenspezifische Überbrückungshilfen und Verordnungen, die finanzielle Erleichterungen brachten. Das Bundeskabinett schickte Hilfspakete von 156 Milliarden Euro auf den Weg. Zusätzlich spannte die Regierung einen Rettungsschirm für große Unternehmen von 600 Milliarden Euro.

 

Die Krankenhäuser

 

Des Weiteren beschlossen die Regierungschefs der Länder und die Bundesregierung, dass sich die Krankenhäuser in »Deutschland auf den erwartbar steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patienten (…) durch Covid-19« besser vorbereiten. Ziel sei es: »soweit medizinisch vertretbar, grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in allenKrankenhäusern (…) auf unbestimmte Zeit« zu verschieben oder auszusetzen. Für verschobene planbare Operationen und Behandlungen erhielten die Krankenhäuser einen finanziellen Ausgleich. Darüber hinaus bekamen die Krankenhäuser, bis Ende September 2020, für jedes Intensivbett, welches zusätzlich errichtet wurde, eine Abgeltung von 50.000 Euro und für jedes freigehaltene Bett eine Pauschale von 560 Euro pro Tag.

 

Erweiterung des Infektionsschutzgesetzes

 

Ende März 2020 erweiterte der Bundestag das Infektions-Schutzgesetz im Schnellverfahren. Um das Ausbruchsgeschehen der Pandemie einzudämmen und weitere Maßnahmen zu legitimieren, konnten zuständige Behörden in Deutschland direkt Verordnungen erlassen, die die Grundrechte der Bürger massiv einschränkten: Zum Beispiel die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit, der Freiheit der Person, der Versammlungsfreiheit, der Unverletzlichkeit der Wohnung und das Recht auf freie Berufsausübung.

 

Eindämmungsmaßnahmen

 

Während der Eindämmungsmaßnahmen war klar, dass der Einzelhandel für Lebensmittel, Apotheken, Tankstellen und andere wichtige Einrichtungen geöffnet bleiben. Allerdings unter Distanzierungs- und Hygienemaßnahmen: Es galt Menschenansammlungen in den Filialen zu vermeiden. Der Einlass zu den Geschäftsräumen wurde deshalb durch Zutrittsbeschränkungen gesteuert: Die Anzahl der Kunden, die gleichzeitig die Filialen betreten durften war begrenzt. Mancherorts wurde nicht allen Familienmitgliedern Einlass gewährt. Security-Personal an den Eingängen forderte die Kunden auf einzeln einzutreten. In Geschäftsräumen und an den Kassen wurden Plexiglasscheiben, ein sogenannter »Spuckschutz«, installiert. Dieser sollte die Kassierer/innen vor einer Tröpfcheninfektion schützen. Kunden sollten, wann immer möglich, bargeldlos zahlen, weil es dann weniger direkten Kontakt zwischen Personal und Kunden gab. Weitere Maßnahmen waren: Abstandsmarkierungen am Boden, Mundschutz, Desinfektionsmittel-Spender im Eingangsbereich für Kunden und Handschuhe für Mitarbeiter.

 

Sterberaten und Hospitalisierungen fallen

 

Mitte Mai 2020 wurden immer mehr Fall-Häufungen in der lebensmittelverarbeitenden Industrie, bei Familienfesten und religiösen Versammlungen, bekannt. Infolgedessen thematisierten die Medien vor allen Dingen die Übertragungsereignisse in Innenräumen. Ende Mai 2020 stiegen die Infektionsraten in Europa weiter an. Gleichzeitig sanken die Sterberaten und die Hospitalisierungen. Die Sterberaten erreichten ihren bisherigen Höhepunkt. Danach fiel die Kurve der ersten Infektionswelle schnell ab. Der Anteil der Verstorbenen war in den Folgemonaten geringer, weil mehr junge Infizierte, bei denen die Infektionen keinen schweren Verlauf annahmen, in die Statistiken einflossen und mehr getestet wurde. Die erste Welle flachte ab und viele Menschen sahen sich in einer Situation, wo sie sich von den Auswirkungen einzelner Maßnahmen mehr betroffen fühlten, als von der Möglichkeit an Covid-19 schwer zu erkranken. Die Akzeptanz der Anti-Corona-Maßnahmen nahm in der Bevölkerung ab, was dazu führte, dass Warnungen der Virolog:innen vor der zweiten Corona-Infektionswelle klein geredet oder ignoriert wurden.

 

Es bleibt zu hoffen, dass die Akzeptanz für die seit Kurzem verfügbaren Impfstoffe besser ausfällt.

 

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